Check your Google profile

Seit wenigen Monaten bietet Google die Möglichkeit, das Profil, das Google durch das Surfverhalten erstellt, einzusehen und auch zu editieren oder zu löschen.
Durch diesen Artikel bei Mashable bin ich darauf aufmerksam geworden, im Gegensatz zur Autorin des Artikels trifft das Profil bei mir jedoch einigermaßen zu.
So deklariert mich Google als 25-34 Jahre alten Mann, der sich für die Themen Technologie, Software, Filme, Menschheit und Rätsel- bzw. Denkspiele interessiert. Leider ist nicht ersichtlich, woraus diese Kategorien entstehen, denn besonders Spiele ganz im Allgemeinen interessieren mich eigentlich so gut wie nicht. Außerdem ist zu beachten, dass das ganze Profiling nur mit dem momentan aktiven Cookie betrieben wird, ein entfernen der Cookies oder das Nutzen eines anderen Browsers oder Computers erzeugt folglich ein neues Profil. Und ob das wirklich alles ist, was Google über den Nutzer sammelt, ist ebenfalls fraglich.
Man kann sein Profil jedoch auch gänzlich löschen und per Opt-Out auch das Sammeln von Daten unterbinden, was Google auf einer weiteren Seite anbietet:
Zusätzlich bietet Google ein Plugin für Chrome, Firefox und den Internet Explorer an, der das Profiling unterbindet. Safari Nutzer müssen sich anders behelfen und können nur das Annehmen von Cookies Dritter gänzlich unterbinden.
Während die “Aluhüte” da draußen wohl sowieso jegliche Form der Datensammlung unterbinden, dürften aber vor allem die unvorsichtigen Personen jetzt ein Beispiel haben, was man alles an Spuren im Internet hinterlässt. Auch wenn die Qualität der erfassten Daten in den meisten Fällen wohl fraglich ist.

The personal computer is dead

Jonathan Zittrain, Autor des sehr empfehlenswerten Buches “The Future of the Internet – and how to stop it”, hat einen sehr guten Artikel zum Thema App Stores und geschlossenen Systemen verfasst.

Then, in 2008, Apple announced a software development kit for the iPhone. Third-party developers would be welcome to write software for the phone, in just the way they’d done for years with Windows and Mac OS. With one epic exception: users could install software on a phone only if it was offered through Apple’s iPhone App Store. Developers were to be accredited by Apple, and then each individual app was to be vetted, at first under standards that could be inferred only through what made it through and what didn’t. For example, apps that emulated or even improved on Apple’s own apps weren’t allowed.

Kernaussage des Textes ist die Gefahr, zunehmend von den Regularien von Apple, Google und Co. eingenommen zu werden, und daher ruft Zittrain den “Angry Nerd” auf, seine Software außerhalb solcher Distributionskanäle zu veröffentlichen, zumindest wo dies noch möglich ist.

Staatsfeind Wikileaks

Die beiden Redakteure des SPIEGEL, Marcel Rosenbach und Holger Stark, haben ein Buch über ihre Zusammenarbeit mit Julian Assange, respektive Wikileaks im Zuge der Veröffentlichung der U.S.-Botschaftsdepeschen geschrieben, welches ich glücklicherweise zum Geburtstag geschenkt bekam.
Nach dem Start in Australien wird Julian Assanges “Karriere” – mit vielen Details geschmückt – beschrieben, bis zum Zeitpunkt seiner Verhaftung in Großbritannien.

Broschierte Ausgabe, Staatsfeind Wikileaks

Auch auf Bradley Manning wird eingegangen, seine Offenbarung an Adrian Lamo und die Wege ins Militärgefängnis beleuchtet.

Das Buch ist sehr spannend geschrieben und liest sich leicht von der Hand. Trotzdem vermeiden es die Autoren, zu sehr in eine Erzählung umzuschwenken, und es bleibt ständig sachlich und begründet, es wurden alle genutzten Quellen mit angegeben.

Wer sich für die Thematik rund um Wikileaks und Julian Assange interessiert, oder einfach nur die Geschehnisse im Winter 2010 nochmals nachlesen möchte, kann getrost zu diesem Buch greifen.

Um sich auch gepflegt empören zu können..

..empfehle ich die sehr interessanten Beiträge zum Thema Guttenberg-Comeback bei netzpolitik.org, zum Beispiel diesen zur Pressekonferenz zum Thema Netzsperren oder diesen, etwas allgemeiner gehalten.
Dieser Beitrag soll keinesfalls der Polarisierung dienen, sondern nur darauf hinweisen, sich selbst ein Bild zu machen – möglichst von allen Seiten.

Das Känguru Manifest – Marc-Uwe Kling

Zur Abwechslung mal wieder eine kurze Buchvorstellung.

Zum Geburtstag erhielt ich das Buch “Das Känguru-Manifest” von Marc-Uwe Kling. Das Buch ist eigentlich der zweite Teil einer Trilogie, ich entschloss mich jedoch auch ohne Kenntnis des Auftakts, das Buch zu lesen, und wurden nicht enttäuscht.

Eine Beschreibung der Protagonisten erscheint zuerst ein wenig seltsam – während der Autor selbst als Charakter auftritt, ist sein Mitbewohner ein Känguru, das wie normale Menschen sprechen und denken kann, jedoch auch die Känguru-spezifischen Klischees wie hervorragende Boxtechniken und einen großen Beutel verfügt.
Die Kapitel im Buch sind recht kurz gehalten und meistens in sich schlüssig – meistens sind es Szenen, die aus dem wahren Leben genommen wurden und mit einem sehr eigenen, aber meiner Meinung nach sehr treffenden, Humor umschrieben und ergänzt wurden.
Während das Känguru über eine sehr kommunistische Weltansicht verfügt und vehement jegliche Produktivität ablehnt, versucht sich der Autor als Kleinkünstler, der im zweiten Teil vom Verlag (Ulstein) den Preis für sein erstes Buch entgegen nimmt und sich mit Müh’ und Not durch das Leben schlägt.

Anspielungen auf das aktuelle Weltgeschehen gibt es zuhauf – sei es ein gewisser Politiker, der mit Äußerungen über die Ausländerpolitik unzweifelhaft an Thilo Sarrazin erinnert, eine Anspielung auf “Fight Club”, dessen Idee sich im Buch durchgängig fortsetzt oder Themen aus der Netzpolitik, die frisch aus dem Internet kopiert sein könnten – das Buch ist überaus unterhaltsam. Sogar die Fußnoten werden genutzt, um weitere Komik einzubauen.

Besonders Freunde von komischen Büchern werden am Känguru Manifest ihre Freude haben. Wer jedoch eine tiefgründigere Lektüre sucht, sollte vielleicht zu etwas anderem greifen.
Einen Blick ins Buch gibt es bei Amazon, zudem gibt es den Podcast “Neues vom Känguru” bei Radio Fritz, außerdem liest der Autor aus seinen Büchern, zum Beispiel hier.